{"id":423,"date":"2013-05-07T06:31:39","date_gmt":"2013-05-07T06:31:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.triennale-der-moderne.de\/2013\/\/?page_id=423"},"modified":"2013-05-07T06:31:39","modified_gmt":"2013-05-07T06:31:39","slug":"juedische-architekten","status":"publish","type":"page","link":"\/2013\/berlin\/veranstaltungsorte\/juedische-architekten\/","title":{"rendered":"Kunstbibliothek + Tag der J\u00fcdischen Architekten"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Themenjahres &#8222;Zerst\u00f6rte Vielfalt \u2013 Berlin 1933 \u2013 1938&#8220; und der &#8222;Triennale der Moderne Berlin &#8211; Dessau &#8211; Weimar 2013&#8220; f\u00fchrt die Gesellschaft zur Erforschung des Lebens und<br \/>\nWirkens deutschsprachiger j\u00fcdischer Architekten in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin &#8211; Kunstbibliothek am 10.10.2013 den &#8222;Tag der j\u00fcdischen Architekten&#8220;durch. Architekten, Historiker und Kunstwissenschaftler geben in ihren Vortr\u00e4gen Auskunft \u00fcber ihre Forschungen zu oftmals vergessenen Architekten und deren Werk.<\/p>\n<h4>Programm<\/h4>\n<ul class=\"arrow\">\n<li>14 Uhr: F\u00fchrung durch die Mendelsohn-Ausstellung <br \/>\n&#8222;Drei Kontinente &#8211; sieben L\u00e4nder. Werke von Erich Mendelsohn aus der Architektursammlung der Kunstbibliothek; Elke Blauert , Kuratorin<\/li>\n<li>15.00 Uhr: Begr\u00fc\u00dfung; Prof. Dr. Moritz Wullen, Direktor der Kunstbiliothek<\/li>\n<li>15.15 Uhr: Einf\u00fchrung zum Tag der j\u00fcdischen Architekten; Dr. G\u00fcnter Schlusche<\/li>\n<li>15.15 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Regina Stephan (FH Mainz): <br \/>&#8222;Wir haben nur Boden unter den F\u00fc\u00dfen, wenn wir bodenst\u00e4ndig sind. Und das ist uns genommen.&#8220; &#8211; Erich und Luise Mendelsohns Leben in Briefen.<\/li>\n<li>16.00 Uhr: Vortrag Dr. Sylvia Necker (Hamburg), Dr. Ulrich Knufinke (Wolfsburg): <br \/>&#8222;J\u00fcdische Architekten &#8211; Lebenswege  in  der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts&#8220;<\/li>\n<li>16.45 Uhr: Kaffeepause<\/li>\n<li>17.15 Uhr: Vortrag Claudia Marcy (Berlin): <br \/>&#8222;Martin Punitzer &#8211; Leben und Werk&#8220;<\/li>\n<li>18.00 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Wolfgang Sch\u00e4che (Beuth Hochschule Berlin): <br \/>\n&#8222;Paul Zucker &#8211; Ein vergessener Architekt&#8220;; mit anschliessender Diskussion<\/li>\n<li>19.30 Uhr: Ende der Veranstaltung<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p>\n<p>Eintritt frei<\/p>\n<\/p>\n<p><\/p>\n<h1>Dr. G\u00fcnter Schlusche<\/h1>\n<h2>Einf\u00fchrungstext<\/h2>\n<p>\nAnfang des 20. Jahrhunderts lebten und arbeiteten \u00fcber 500 j\u00fcdische Architekten in Deutschland, die meisten davon in Berlin. Sie hatten sich oft der Moderne und dem Neuen Bauen verschrieben, ihre Geb\u00e4ude waren mutige Beispiele dieser neuen Bauaufgaben und ihrer \u00c4sthetik. Ab dem 1. November 1933 wurde mit Inkrafttreten des Reichskulturkammer-Gesetzes allen j\u00fcdischen Architekten Berufsverbot erteilt. Viele von ihnen, die nicht auswandern oder fliehen konnten, wurden Opfer des Holocaust. Trotz ihrer gro\u00dfen Bedeutung f\u00fcr die deutsche Architektur und f\u00fcr die Entwicklung Berlins ist ein Gro\u00dfteil dieser Architekten in Vergessenheit geraten. <br \/>\nIm Rahmen der \u201eTriennale der Moderne\u201c und des Berliner Themenjahres \u201eZerst\u00f6rte Vielfalt \u2013 Berlin 1933- 1938-1945\u201c findet in den Staatlichen Museen \u2013 Kunstbibliothek parallel zur Ausstellung \u00fcber Erich Mendelsohn ein \u201eTag der j\u00fcdischen Architekten\u201c statt, an dem Architekten, Historiker und Kunstwissenschaftler in Vortr\u00e4gen Auskunft \u00fcber ihre Forschungen zu einigen dieser Architekten und ihrem Werk geben. \n<\/p>\n<\/p>\n<p><\/p>\n<h1>Vortrag Prof. Dr. Regina Stephan, Darmstadt<\/h1>\n<h2>&#8222;Wir haben nur Boden unter den F\u00fc\u00dfen, <br \/>\nwenn wir bodenst\u00e4ndig sind. Und das ist uns genommen&#8220;<br \/>\nErich und Luise Mendelsohns Leben in Briefen<\/h2>\n<p>\nDie k\u00fcnstlerische Aufbruchssituation im M\u00fcnchen der Kaiserzeit, das Grauen des Ersten Weltkriegs, die m\u00fchsamen ersten Jahre der Weimarer Zeit und die Roaring Twenties, der fr\u00fch erkannte Schatten des Nationalsozialismus und dessen rasend schnelle \u00dcbernahme der Macht im Fr\u00fchjahr 1933, der konsequente Schritt in die Emigration und dessen Bedingungen in Gro\u00dfbritannien, das Pendeln um Deutschland herum zwischen London und Jerusalem, der Arabische Aufstand der Drei\u00dfiger Jahre und seine Folgen f\u00fcr das Bauen in Pal\u00e4stina, die Weltreise nach Amerika und der Neubeginn dort \u2013 all das l\u00e4sst sich brennspiegelartig verdichtet nachlesen in den Briefen, die Erich und Luise Mendelsohn geb. Maas zwischen 1910 und 1953 austauschten. <br \/>\nDie Briefe erm\u00f6glichen uns heute den unmittelbaren Blick auf die Geschehnisse \u2013 von denen die Mendelsohns naturgem\u00e4\u00df tagesaktuell und ergebnisoffen berichten. Wir, die heutigen Leser dieser Briefe, beobachten gespannt und einflusslos, wie das Paar f\u00fcr sich und seine Familie unter den Bedingungen ihrer Generation Entscheidungen suchte und f\u00e4llte. Die Briefe offenbaren das illustre Netzwerk aus Musikern und K\u00fcnstlern, Architekten und Wissenschaftlern, Industriellen und Politikern, Freunden, Kollegen und Auftraggebern, das das Paar umgab. <br \/>\nZwanzig Jahre lebte und arbeitete Mendelsohn im Exil, ein Architekt, der sich selbst  einen Orientalen aus Ostpreu\u00dfen nannte und damit zwei wichtige Facetten seiner Existenz ansprach: sein J\u00fcdisch-Sein und seinen preu\u00dfischen Arbeitsethos, auf Grund dessen er sich und seinen Mitarbeitern stets das \u00c4u\u00dferste abverlangte. \n<\/p>\n<\/p>\n<p><\/p>\n<h1>Vortrag Dr. Ulrich Knufinke (Wolfsburg) <br \/>Dr. Sylvia Necker (Hamburg)<\/h1>\n<h2>J\u00fcdische Architekten \u2013 Lebenswege <br \/>in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts<\/h2>\n<p>\nSylvia Necker und Ulrich Knufinke widmen sich in ihrem Beitrag der bisher wenig beachteten Professionsgeschichte j\u00fcdischer Architekten seit dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert in Deutschland bis in die Zeit der Verfolgung und des Exils in den 1930er und 1940er Jahren. Sie fragen nach Ausbildungs- und Professionalisierungswegen j\u00fcdischer Architekten in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts und untersuchen sowohl die Phase relativ erfolgreicher T\u00e4tigkeit in der Weimarer Republik als auch die sukzessive Verdr\u00e4ngung aus dem Beruf ab 1933. Es geht dabei um \u00fcbergreifende Fragestellungen zur Geschichte eines Berufsstands, in dem J\u00fcdinnen und Juden in Deutschland in der Weimarer Republik eine bedeutende Rolle innehatten. Hierf\u00fcr sollen biographische und berufliche Netzwerke untersucht und einzelne Bauprojekte architektur- und baugeschichtlich kontextualisiert werden. Ziel ist jedoch nicht, eine \u201eStilgeschichte\u201c j\u00fcdischer Architektur zu schreiben, sondern die Professionsgeschichte j\u00fcdischer Architekten aus der Perspektive der Zeit- und Architekturgeschichte zu erforschen. \n<\/p>\n<\/p>\n<p><\/p>\n<h1>Vortrag Claudia Marcy<\/h1>\n<h2>Zu Martin Punitzer<\/h2>\n<p>\nMartin Punitzer (1889-1949) ist einer der zahlreichen j\u00fcdischen Architekten, die durch Berufsverbot und erzwungene Emigration in Vergessenheit geraten sind. Doch seine Bauten pr\u00e4gen noch heute das Stadtbild und sind Teil der modernen Architektur in Berlin. Ausgehend vom Roxy-Palast \u2013 dem Hauptwerk des Architekten \u2013 werden Leben und Werk vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Berliner Zeit und seiner Spezialisierung als Industriearchitekt. Die Emigration nach Chile und sein Versuch, sich dort unter widrigen Umst\u00e4nden eine neue Existenz aufzubauen, bilden den letzten Teil des Vortrags.\n<\/p>\n<\/p>\n<p><\/p>\n<h1>Vortrag Prof. Dr. Wolfgang Sch\u00e4che (Beuth Hochschule Berlin)<\/h1>\n<h2>Paul Zucker \u2013 ein vergessener Architekt<\/h2>\n<p>\nArchitekt, Architekturtheoretiker, Kunsthistoriker, Journalist, Essayist und Hochschullehrer \u2013 Paul Zucker war ein Universalist, der ebenso erfolgreich Villen und Landh\u00e4user, Gesch\u00e4ftsh\u00e4user und Kulturgeb\u00e4ude baute, wie er \u00fcber die ARchitektur der Stadt, die Baukunst Michelangelos, aber auch \u00fcber die \u00c4sthetik des Verfalls und die modernen Formenwelten des Automobils schrieb. 1888 in Berlin geboren, wurde Zucker 1937 von den Nazis vertrieben. In den USA, wo er 1971 starb, gelang ihme eine zweite, gro\u00dfe Karriere.\n<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Themenjahres &#8222;Zerst\u00f6rte Vielfalt \u2013 Berlin 1933 \u2013 1938&#8220; und der &#8222;Triennale der Moderne Berlin &#8211; Dessau &#8211; Weimar 2013&#8220; f\u00fchrt die Gesellschaft zur Erforschung des Lebens und Wirkens deutschsprachiger j\u00fcdischer Architekten in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin &#8211; Kunstbibliothek am 10.10.2013 den &#8222;Tag der j\u00fcdischen Architekten&#8220;durch. 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