Symposium

Walter Gropius in Berlin

Symposium: Walter Gropius in Berlin

Aus Anlass der Triennale der Moderne 2016 veranstaltet die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin am 6. Oktober 2016 ein Symposium „Walter Gropius in Berlin“. Walter Gropius (1883-1969) hat in Etappen in Berlin gearbeitet – von 1908 bis zu seinem Ruf an das Bauhaus Weimar 1919, nach seinem Weggang aus dem Bauhaus Dessau 1926 sowie nach 1945.
Von Walter Gropius sind 14 Bauten in Berlin bekannt. Fast alle stehen unter Denkmalschutz. Dazu zählen: das Haus Lewin (1927/28), die Reichsforschungssiedlung Haselhorst (1928), die Innenausstattung der Villa Mendel (1913) und ein Wohnhaus im Hansaviertel zur Interbau 1957. Die Siedlung Siemensstadt von 1929/30 gehört seit 2008 zum UNESCO Welterbe.
Nach einer Einführung mit einem kurzen Gesamtüberblick werden einzelne Forschungsthemen zum Werk von Walter Gropius vorgestellt. Die Veranstaltung wird zu Beginn auf die bereits eingetragenen Welterbestätten Berlins Bezug nehmen. Die weniger bekannten Bauten aus der gleichen Entstehungszeit werden am Ende vorgestellt, womit zugleich ein Ausblick auf zukünftige Aufgaben zum Erhalt dieser wichtigen Bauwerke der Moderne gegeben wird.

Ablauf
Beginn: 14.00 Uhr
Joachim Brand, stellvertretender Direktor der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin

Begrüßung
Annemarie Jaeggi, Direktorin, Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin

Einführung
Walter Gropius und die Welterbestätten der Moderne

Prof. Marco Pogacnik, Architekturhistoriker, Venedig, Kaiserslautern
Walter Gropius und Peter Behrens
Peter Behrens´ Büro kann als Keimzelle für die moderne Architektur gelten. Walter Gropius war von 1908-1910 Behrens Büroleiter und hat an allen Bauprojekten, insbesondere für die AEG, mitgewirkt. Fast zeitgleich waren Mies van der Rohe und Le Corbusier im Büro Behrens tätig.

Harriet Roth, Kunsthistorikerin, London, Berlin
Richard Neutra in Berlin. Die Sommerfelds-Aue in Zehlendorf
Die Zehlendorfer Häuser im Berliner Südwesten im Auftrag des Unternehmers Adolf Sommerfeld – der bereits eng mit Walter Gropius zusammen arbeitete – galten lange als ein gemeinsames Werk von Erich Mendelsohn und Richard Neutra. Harriet Roth hat nicht zuletzt anhand der Bestände der Kunstbibliothek nachweisen können, dass die vier realisierten Häuser von Richard Neutra 1923 allein entworfen wurden, bevor dieser, noch vor deren Fertigstellung, nach Amerika übersiedelte. Eine Monographie wird im Juli/August 2016 erscheinen.

Pause

Britta Bommert, wiss. Mitarbeiterin, Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
Walter Gropius´ Beitrag zur Interbau 1957.
Die Interbau 1957 gilt als das wichtigste Bauprojekt der 1950er Jahre in Westberlin. Auf dieser Bauausstellung demonstrierten internationale Architekten ihre Vorstellung von einer modernen Architektur und Stadtplanung. So auch Walter Gropius, der mit seinem neungeschossigen, leicht geschwungenen Zeilenbau seine Vision vom Wohnen in der „Stadt von Morgen“ formulierte.

Elke Blauert, Kuratorin Sammlung Architektur, Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
Walter Gropius und die vergessene Moderne im Nordosten Berlins. Die zukünftigen Welterbestätten Berlins.
Nach dem Ersten Weltkrieg und der Gründung von Groß-Berlin 1920 begann unter dem Stadtrat Martin Wagner ein großangelegtes Wohnungsbauprogramm für die gesamte Stadt. Die Bauten von Bruno und Max Taut, Mebes und Emmerich im Nordosten Berlins gehören dazu. Einzelbauten von Mies van der Rohe, Emil Fahrenkamp und Walter Gropius in Weißensee und Hohenschönhausen sind ebenso in der Öffentlichkeit weniger bekannt und sollten in einer weiteren Etappe den bereits eingetragenen Siedlungen der Moderne gleichgestellt werden.

19.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung “Busoni. Freiheit für die Tonkunst!“ im Ausstellungsraum der Kunstbibliothek, anschließend kleiner Empfang

Veranstaltungsort

Kulturforum
Vortragssaal im Kulturforum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Der Eintritt ist frei.