Die Moderne weiter bauen

Potenziale und Grenzen bei der Weiterentwicklungen der Wohnsiedlungen des 20. Jahrhunderts

Berlin 2019: Konferenz Die Moderne weiter bauen

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Freitag, 25. Oktober 2019

Exkursionen mit anschließender Konferenz

10 – 13 Uhr
Vor der Tagung werden Exkursionen angeboten, die typische Beispiele des Nachwirkens von Prinzipien des Wohnungsbaus der Moderne in Berlin zeigen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Treffpunkte werden entsprechend bekannt gegeben. Bitte melden Sie sich an unter Tel. 030-99401242 oder info@gross-siedlungen.de

  • Tour West: Hufeisensiedlung – Gropiusstadt
  • Tour Ost: Karl-Marx-Allee – Fennpfuhl – Marzahn – Hellersdorf
  • Rückfahrt zum Konferenzort

13 Uhr
Mittagsimbiss am Konferenzort
Landesvertretung Bremen, Hiroshimastraße 24,10785 Berlin-Mitte

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14 – 17 Uhr

Konferenz

Konferenz und Jahrestagung des Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V.
Moderation: Ulrike Trampe, Chefredakteurin „Die Wohnungswirtschaft“

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I. Überblick

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  • Keynote: Von Dessau über München-Neuperlach bis zur Messestadt Riem –
    Was kann der heutige Wohnungsbau von der Siedlungs-Moderne lernen?
    Prof. Christiane Thalgott, Baustadträtin a.D. München
  • Zwischenruf: Baukultur in Großsiedlungen?
    Reiner Nagel, Bundesstiftung Baukultur
  • Von Goethes Gartenhaus nach Hellersdorf –
    was hat das Bauhaus mit dem Kompetenzzentrum Großsiedlungen zu tun?
    Dr. Bernd Hunger, Vorstand Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V.

15.00 – 15:30 Uhr
Kaffeepause

II. Beispiele

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  • Welterbesiedlung Schillerpark:
    Sanierung der 1920er Jahre, Weiterbauen in den 1960er Jahren, Weiterbauen heute.
    Winfried Brenne, brenne Architekten und Alexander Stöckl, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft von 1892eG
  • Platz der Vereinten Nationen und Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt:
    Beispiele für denkmalgerechte Sanierungen und zukunftsfähiges Weiterbauen.
    Kristina Laduch, Leiterin des Stadtplanungsamtes Berlin-Mitte
  • Neue Vahr – Osterholz – Tenever – Bremer Punkt:
    An Leitbildern der Moderne orientierter Bremer Wohnungsbau
    Peter Stubbe, Vorstand GEWOBA Bremen

III. Schlussfolgerungen

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  • Welche Lehren ziehen wir für den aktuellen Wohnungsbau?
    Ingo Malter, Vorstand STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH

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Zum Hintergrund

Das Bauhaus-Jubiläum ist für das Kompetenzzentrum Großsiedlungen Anlass, an die Folgen des zu Beginn der 1920er Jahre entwickelten Konzeptes eines grundlegend veränderten, sozial orientierten Wohnungsbaus zu erinnern und diese aktuell einzuordnen. Die Jahrestagung ist Teil der in Weimar, Dessau und Berlin geplanten Veranstaltungen zur „Triennale der Moderne 2019“. Unser Anliegen ist es, nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft großer Wohnsiedlungen auszuleuchten, die nicht nur angesichts des aktuell bestehenden Wohnraummangels einen erheblichen Beitrag zur sozial ausgewogenen Wohnraum-Versorgung leisten.
Der Rückblick auf den Wohnungsbau in der zweiten Hälfte des 20.Jh. zeigt, dass prägende Prinzipien der am Bauhaus, aber auch von Martin Wagner und Bruno Taut in Berlin oder von Ernst May in Frankfurt/M. entwickelten neuen Wohnsiedlungen ihre Gültigkeit nicht verloren hatten, sondern – modifiziert, in größerem Maßstab und in unterschiedlicher Qualität – weiter angewendet wurden. Heute ist von Interesse, welche Erfahrungen des Siedlungsbaus, die am und im Umfeld des Bauhauses gemacht wurden, bei der Erneuerung des Bestandes weiterhin Gültigkeit haben und welche hingegen überholt sind.
Im Unterschied zur Moderne zur Zeit des Bauhauses wird vom heutigen Wohnungsbau vor allem ein Beitrag zur Innenentwicklung der Städte erwartet. Unsere Studie „Bauen in Nachbarschaften“ ist deshalb folgender Frage nachgegangen:
Wie weit kann ergänzendes Bauen betrieben werden, ohne vorhandene Qualitäten zu schmälern, die Nachbarschaften zu überfordern bzw. den Charakter der Siedlungen zu konterkarieren?In der Studie „Prinzipien für den Bau neuer Wohnquartiere“ haben wir aufgezeigt, dass die Leitlinien der 1920er Jahre Moderne keineswegs obsolet sind, sondern auch den aktuellen Siedlungsbau prägen. Die Moderne wird in einem ästhetisch wie funktional eng an die ursprünglichen Intentionen angelehnten Sinne in neuen Siedlungen und Quartieren weitergebaut – freilich unter gravierend veränderten technologischen und sozialen Bedingungen.
Die Themen „Erneuern und Weiterbauen“ werden auf der Tagung anhand von Beispielen aus den 1920er Jahren bis hin zum aktuellen Wohnungsbau diskutiert.