Aufbruch in die Moderne – Beiträge jüdischer Architekten

aus ostmitteleuropäischen Ländern zur transnationalen Etablierung der Moderne

Berlin 2019: Aufbruch in die Moderne (GJA)

Ein Projekt im Rahmen der Triennale der Moderne aus Anlass von „100 Jahre Bauhaus“
mit Unterstützung des Landesdenkmalamts Berlin und der LOTTO-Stiftung Berlin

Partner: Gesellschaft zur Erforschung des Lebens und Wirkens deutschsprachiger jüdischer Architekten e.V.;
Technische Universität Berlin, Institut für Architektur, Prof. Dr. Jörg Gleiter; Bundesinstitut für Kultur und Geschichte
der Deutschen im östlichen Europa; Dr. Beate Störtkuhl; Dr. Romuald Loegler (Krakow), zukunftsgeraeusche GbR
Termine: Fr, 22.11., 14 – 19 Uhr; Sa, 23.11., 10 – 15 Uhr; So, 24.11.2019
Ort: BHR OX bauhaus reuse, Ernst-Reuter-Platz (Mittelinsel), 10587 Berlin

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Anlass und Ziel

Die internationale Tagung will den Einfluss jüdischer Architekt/inn/en aus den osteuropäischen Ländern thematisieren, die an den Reformbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts in Architektur und Städtebau wesentlichen Anteil hatten und das Neue Bauen maßgeblich prägten. Bis heute sind die spezifischen Ausprägungen der Moderne in Osteuropa und die zahlreichen Beiträge osteuropäischer Architekten und Städtebauer zur Entwicklung des Neuen Bauens weder in der Forschung noch im öffentlichen Bewusstsein angemessen dargestellt.
Dabei waren jüdische Architekten aufgrund sozioökonomischer Vorprägungen in vielfältiger Weise beteiligt, gerade im deutschsprachigen Raum, wo institutionelle Netzwerke, wie das Bauhaus oder der Werkbund, aber auch Hochschulen und Akademien intensiven Einfluss ausübten. Durch die Verfolgung im Nationalsozialismus, durch Exil und Emigration sind sie wie in Deutschland oft in Vergessenheit geraten.
Ziel der Tagung ist es, anhand unterschiedlicher Biografien die Wechselwirkungen und Austauschprozesse zu rekonstruieren. Welchen Einfluss hatten die jüdischen Architekt/inn/en in Osteuropa auf die Entwicklung des modernen Bauens im eigenen Land? Gab es institutionelle Netzwerke, die die Entwicklung beeinflussten? Und welche Schicksale erfuhren sie durch die Naziherrschaft?
Zwölf Wissenschaftler und Hochschullehrer aus neun osteuropäischen Ländern sowie Deutschland werden in ihren Vorträgen diese Fragen beantworten. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für weitere Kooperationen innerhalb der heute in Europa bzw. in der EU verbundenen Staaten.

Freitag, der 22.11.2019

14 Uhr

  • Begrüßung Dr. Ines Sonder (GJA/ MMZ Potsdam)
  • Grußwort Prof. Dr. Jörg Gleiter (Fachgebiet Architekturtheorie, Institut für Architektur der Technischen Universität Berlin)
  • Grußwort Dr. Romuald Loegler (Krakow/Polen)
    Einführung PD Dr. Beate Störtkuhl (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg)

15 Uhr

  • Vortrag Prof. Dr. Bohdan Cherkes (Lwiw Polytechnic National University, Ukraine)
    Der Architekt Ferdinand Kassler und weitere jüdische Architekten Lembergs in der Zwischenkriegszeit
  • Vortrag Prof. Dr. Janis Krastins (Technische Universität Riga, Lettland)
    Beitrag der Rigaer Architekturschule im Baltikum: Arbeiten von Eisenstein, Mandelstamm und Rosenbaum
  • Vortrag Prof. Dr. Igor Dukhan (Belarusian State University, Minsk, Weissrussland)
    El Lissitzky in Belarus and Germany: In search for a Jewish style and future architecture
  • Diskussion

16.30 Uhr
Kaffeepause

17 Uhr

  • Vortrag Dr. Maciej Czarnecki (Warsaw University of Technology, Polen)
    Cooperation of Maksymilian Goldberg and Hipolit Rutkowski as a manifestation of the Modern Movement in Warsaw in the interwar period
  • Vortrag Simona Or-Munteanu (Bukarest, Rumänien)
    A Pioneer of Modern Architecture in Bucharest revealed: Harry Stern
  • Vortrag Robert Piotrowski (Gorzow/Polen)
    Ein unbekannter Onkel Walter Benjamins?
    Landsberg an der Warthe und der Berliner Architekt Fritz Crzellitzer

19 Uhr
Kleiner Empfang

Samstag, der 23.11.2019

10 Uhr

  • Vortrag Prof. Dr. Zuzana Güllendi-Cimprichová (Bamberg)
    Neuer Staat, neue Bauaufgaben. Deutschsprachige jüdische Architekten in der Tschechoslowakei und ihr Beitrag zum Wohnbaudiskussion zwischen den beiden Weltkriegen
  • Vortrag Prof. Dr. Marija Dremaite (Vilnius/Litauen)
    Modernist architects of the interwar period in Lithuania
    Title to be confirmed
  • Vortrag Maria Bostenaru (Bukarest, Rumänien)
    Rudolf Fränkel in den Archiven von Bukarest und Montreal

11.30 Uhr
Pause

12 Uhr

  • Vortrag Prof. Dr. Rudolf Klein (Szent-Istvan-Universität Budapest, Ungarn)
    Angabe des Titels folgt!
  • Vortrag PD Dr. Beate Störtkuhl (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg)
    Hugo Leipziger-Pearce (1902-1998) – Wohnungs- und Städtebau zwischen Breslau und Austin/Texas
  • Vortrag Dr. Grzegorz Rytel (Warsaw University of Technology, Polen)
    From Poland to Brazil: The Life and Work of Lucjan Korngold

13.30 Uhr
Abschlussdiskussion
zur Situation der Bauten jüdischer Architekten und zur Perspektive
Moderation: Dr. Günter Schlusche

Sonntag, der 24.11.2019

12 Uhr

  • Führung durch die Begleitausstellung
    „Bauten jüdischer Architekten aus Osteuropa in Tel Aviv/Israel“
    Ort: BHR OX bauhaus reuse
  • Im Anschluss: Busführungen
    zu Bauten jüdischer Architekten aus Osteuropa in Berlin

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